Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt
(916 Bewertungen)

Ingolstadt

Anatomiestraße 18-20, 85049 Ingolstadt, Deutschland

Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt | Tickets & Anfahrt

Das Deutsche Medizinhistorische Museum Ingolstadt (DMMI) verbindet historische Authentizität mit einem zeitgemäßen Museumserlebnis. In der barocken ‚Alten Anatomie‘ – dem ehemaligen Anatomiegebäude der Universität – blickst du in die Welt der Heilkunde vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die 2020 eröffnete Dauerausstellung präsentiert originalgetreu inszenierte Räume, außergewöhnliche Objekte und kritisch kuratierte Themenräume. Ergänzt wird das Erlebnis durch die Abteilung Medizintechnik mit einem Überblick über 2.000 Jahre Harnsteintherapie, einen großen Arzneipflanzengarten mit Duft- und Tastgarten sowie das saisonal betriebene Museumscafé. Dank des 2016 fertiggestellten Erweiterungsbaus erreichst du die Ausstellungen barrierefrei, startest den Rundgang im neuen Foyer und genießt den Blick auf das Ingolstädter Münster. Adresse: Anatomiestraße 18–20, 85049 Ingolstadt – mitten in der Altstadt und doch ruhig am historischen Garten gelegen. Ob Einzelbesuch, Familienausflug oder Gruppenführung: Hier triffst du auf fundiertes Wissen, anschauliche Vermittlung und eine besondere Atmosphäre, die den Museumsbesuch zum nachhaltigen Erlebnis macht.

Tickets, Öffnungszeiten und Buchung: so planst du deinen Besuch

Für den Eintritt ins DMMI gilt ein klar strukturiertes, besucherfreundliches System. Der reguläre Ticketpreis beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Ermäßigungen erhalten unter anderem Schüler, Studierende und Auszubildende ab 22 Jahren, Schwerbehinderte (GdB 50–90), Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte, Bundesfreiwilligendienstleistende, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger. Freien Eintritt haben Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahren sowie Schüler, Studierende und Auszubildende bis einschließlich 21 Jahren. Ebenfalls freien Zutritt genießen unter anderem Personen mit einem GdB von 100 oder mit bestimmten Merkzeichen (inklusive eingetragener Begleitperson), Medienvertreter, Schenker und Leihgeber sowie Mitglieder des Fördervereins, des Deutschen Museumsbundes (DMB) und von ICOM. Für den Arzneipflanzengarten mit Museumsshop ist grundsätzlich kein Ticket erforderlich – beides kann frei besucht werden.

Öffnungszeiten: In der Regel ist das Museum von Dienstag bis Sonntag zwischen 10:00 und 17:00 Uhr geöffnet. Es gibt fest definierte Schließtage, darunter der 1. Januar, 1. November, 24. und 25. Dezember sowie der 31. Dezember. Zusätzlich bleibt das Haus an Faschingsdienstag und Karfreitag geschlossen. An mehreren gesetzlichen Feiertagen, etwa am 6. Januar (Heilige Drei Könige), 1. Mai, 15. August, 3. Oktober sowie an Oster- und Pfingstmontag, Christi Himmelfahrt und Fronleichnam ist geöffnet. Da vereinzelt abweichende Öffnungszeiten möglich sind (z. B. interne Veranstaltungen oder Teambildung), empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Hinweise der Museumswebsite vor der Anreise.

Tickets kannst du bequem im Online-Shop des Museums buchen oder direkt an der Kasse erwerben. Für Gruppen bietet das DMMI Themenführungen für Erwachsene, Familien und Kinder an – mit Voranmeldung über das Buchungsformular. Praktischer Tipp: Wer nur den Garten genießen möchte, kann einen Stadtspaziergang mit einer Pause im Grünen verbinden, den Duft- und Tastgarten erkunden und anschließend – je nach Saison – im Café ‚hortus medicus‘ einkehren. Fotografieren ist ohne Blitz erlaubt; das Museum regt jedoch zu einem „slow look“ an, also zum bewussten Betrachten einzelner Objekte statt zum schnellen Durchklicken unzähliger Bilder.

Internationaler Museumstag am 18. Mai: Teilnahme, freier Eintritt und Programm

Der Internationale Museumstag wird jährlich vom International Council of Museums (ICOM) ausgerufen und in Deutschland maßgeblich vom Deutschen Museumsbund koordiniert. Er findet traditionell am 18. Mai statt und soll die Vielfalt, Relevanz und Angebote der Museen sichtbar machen. Bundesweit beteiligen sich an diesem Tag viele Museen mit freiem Eintritt, Sonderführungen, Mitmach-Programmen oder Blicken hinter die Kulissen. Für Besucherinnen und Besucher ist es eine hervorragende Gelegenheit, neue Häuser kennenzulernen oder Favoriten wiederzuentdecken – häufig ohne Eintrittsgebühr.

Auch in Ingolstadt lohnt der Blick in den Veranstaltungskalender rund um den 18. Mai. Ob das Deutsche Medizinhistorische Museum in einem konkreten Jahr mit freiem Eintritt oder Sonderformaten teilnimmt, wird jeweils im Vorfeld auf der Museumswebsite unter ‚Aktuell‘ angekündigt. Das kann thematische Kurzführungen, Familienangebote, Gesprächsrunden zur Medizingeschichte oder spezielle Stationen im Garten umfassen – das genaue Programm wird vom Haus selbst festgelegt und rechtzeitig kommuniziert. Wer seinen Besuch gezielt auf den Museumstag legen möchte, sollte daher kurz vor dem Termin die Hinweise des DMMI prüfen und, falls erforderlich, kostenlose Zeittickets oder Führungsplätze reservieren.

Unabhängig vom Museumstag ist Medizingeschichte hier das ganze Jahr über erlebbar. Die Dauerausstellung der Alten Anatomie stellt die Medizin des 18. Jahrhunderts in den Mittelpunkt, ergänzt um kritische Perspektiven auf Praktiken, Objekte und Wissensordnungen. Das DMMI legt Wert darauf, historische Konzepte verständlich und zugleich wissenschaftlich fundiert aufzubereiten – ideal für alle, die tiefer in die Geschichte der Heilkunde eintauchen möchten. Wer darüber hinaus neugierig ist, kann den YouTube-Kanal des Museums entdecken oder im Online-Shop stöbern. Am Aktionstag selbst empfehlen sich bequeme Schuhe, etwas Zeitpuffer für Führungen und – je nach Angebot – eine frühzeitige Planung.

Anfahrt & Parken: die besten Wege zur Anatomiestraße 18–20

Die Lage des Museums ist für ÖPNV-Nutzer wie Autofahrer gut erreichbar. Vom Ingolstädter Hauptbahnhof fahren die Buslinien 10 und 11 in einem versetzten 15-Minuten-Takt zum Rathausplatz. Von dort aus führt ein kurzer Fußweg von rund fünf Minuten über Sauerstraße, Kanalstraße und Taschenturmstraße in Richtung Taschenturm/Hallenbad; anschließend rechts in die Anatomiestraße einbiegen, wo sich das Museum befindet. Wer den Weg lieber zu Fuß zurücklegt, erreicht das Haus in etwa 30 Minuten vom Bahnhof aus, geradeaus über die Münchener Straße bis in die Innenstadt und weiter zum Rathausplatz – von dort wie beschrieben.

Mit dem Auto bietet sich die Anreise über die Autobahn A9 an (Ausfahrt Ingolstadt Süd). Dort folgt man dem braunen Museumsleitsystem beziehungsweise der Beschilderung Richtung Innenstadt/Hallenbad. Direkt am Hallenbad steht ein kostenpflichtiger Parkplatz zur Verfügung; von diesem Parkplatz sind es ungefähr zwei Minuten zu Fuß über die Jahnstraße zur parallel verlaufenden Anatomiestraße. Diese kurze, gut ausgeschilderte Verbindung macht die Anreise auch für Familien mit Kinderwagen oder Besucher mit Mobilitätseinschränkungen komfortabel, zumal der Zugang zum Museum durch den Neubau barrierefrei möglich ist.

Aus Richtung München Flughafen empfiehlt sich der INVG Airport Express X109, der Ingolstadt direkt anbindet. Abhängig von Tageszeit und Wochentag können Taktung und Haltepunkte variieren – ein Blick in den aktuellen Fahrplan ist ratsam. Für Radfahrende ist die Altstadt gut erschlossen; Fahrradständer befinden sich in den umliegenden Straßen. Wer das Museum mit einem Stadtbummel verbindet, kann die Wege zwischen Donau, Münster und Alter Anatomie leicht zu Fuß erkunden. Tipp: Da der Arzneipflanzengarten und der Shop frei zugänglich sind, lässt sich ein kurzer Zwischenstopp im Grünen wunderbar in die An- oder Abreise integrieren.

Ausstellungen & Programm: Dauerausstellung, Jahresausstellung und Führungen

Der Rundgang beginnt heute im Erweiterungsbau (2016) und führt in die Alte Anatomie. Im Obergeschoss begegnet dir die Medizin des 18. Jahrhunderts: Lehr- und Lernpraxis, die Rolle der Anatomie in der Ausbildung, Arzneiherstellung, Botanik und die Selbstverortung der Medizin im Gelehrtenkanon jener Zeit. Im Erdgeschoss treten „21 starke Dinge“ ins Rampenlicht – prägnante Objekte, die Medizingeschichte pointiert erzählen und auch kritische Fragen an Vergangenheit und Gegenwart richten. Die Abteilung Medizintechnik, in einem umgebauten Stadel am nördlichen Ende des Gartens, widmet sich anhand ausgewählter Exponate der Harnsteintherapie über zwei Jahrtausende und macht Fortschritte wie Schmerzen und Risiken historischer Verfahren anschaulich.

Wechselausstellungen setzen gezielte Akzente. Bis zum 11. Januar 2026 läuft die Jahresausstellung „Ansichtssache. Menschliche Präparate im Museum“. Sie thematisiert den Umgang mit Präparaten, ihre wissenschaftliche, historische und ethische Dimension und eröffnet Besucherinnen und Besuchern Raum für Reflexion. Daneben bietet das DMMI regelmäßig Führungen und Programme an – ein Beispiel ist die Veranstaltung „Victor Frankenstein und die Anatomie“, eine Führung am Sonntag, 28. Dezember 2025, die literarische Motive mit der historischen Anatomie verbindet. Das aktuelle Programm mit Terminen und Buchungsmöglichkeiten wird fortlaufend online gepflegt; für beliebte Formate empfiehlt sich die frühzeitige Reservierung.

Für Gruppen – ob Universität, Schule oder Unternehmen – können Themenführungen gezielt auf Interessen und Vorwissen abgestimmt werden. Familien profitieren von kindgerechten Zugängen und vom offenen Gartenbereich, der sich als kurze Bewegungspause zwischen den Ausstellungsabschnitten anbietet. Wer wissen möchte, ob Fotografieren erlaubt ist: Ja, aber ohne Blitz. Das Museum ermuntert zu einem bewussten Sehen – also lieber ein Objekt ausführlich betrachten und Zusammenhänge entdecken, statt viele Bilder im Vorübergehen aufzunehmen. Dieser Ansatz passt zur kuratorischen Haltung des Hauses, Zusammenhänge verständlich zu erzählen und Debatten über die Medizin von gestern und heute anzuregen.

Geschichte der Alten Anatomie: vom Theatrum anatomicum zum modernen Museum

Die Alte Anatomie entstand zwischen 1723 und 1736 für die Medizinische Fakultät der damaligen Universität Ingolstadt. Als Architekt gilt der Eichstätter Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli; unter dem Anatomie-Professor Johann Adam Morasch wurde das Gelände zwischen Hoher Schule und Stadtmauer erworben und bebaut. Im Zentrum stand ein großer Hörsaal, das Theatrum anatomicum, in dem Sezierübungen und Demonstrationen stattfanden – ein typischer Bestandteil medizinischer Ausbildung jener Zeit. Der barocke Bau mit Mansarddach und einem turmartig überhöhten Mittelpavillon prägte das Quartier; im Inneren schmückt bis heute ein Deckenfresko den ehemaligen Anatomiesaal. Dieses Fresko, um 1730 vom Ingolstädter Maler Melchior Buchner geschaffen und 1970/72 restauriert, visualisiert das Selbstverständnis der zeitgenössischen Medizin in allegorischen Figuren.

Nach der Verlegung der Universität nach Landshut im Jahr 1800 erlebte das Gebäude unterschiedliche Nutzungen – zeitweise diente es sogar als Bauernhof –, bevor es 1973 nach Restaurierung als Deutsches Medizinhistorisches Museum eröffnet wurde. 1992 wurde im Zuge der Bayerischen Landesgartenschau der Arzneipflanzengarten als lebendiger Teil des Museums neu angelegt. 2008 kam die Abteilung Medizintechnik in einem umgebauten Stadel am nördlichen Gartenende hinzu. Eine wichtige Zäsur markiert der Erweiterungsbau von Staab Architekten (Fertigstellung 2016): Der Neubau ordnet Foyer, Sonderausstellungsflächen, Seminarraum, Depot und Verwaltung neu, stellt die barrierefreie Erschließung sicher und bindet den Garten geschickt ein. Besucher betreten heute das Museum durch den Neubau und wechseln von dort in den Altbau; ein breites Fenster eröffnet dabei eine eindrucksvolle Blickachse auf das Ingolstädter Münster.

Die umfassende Sanierung der Alten Anatomie mündete 2020 in die Wiedereröffnung der Dauerausstellung. Sie spiegelt die besondere Rolle Ingolstadts als medizinisches Zentrum des 18. Jahrhunderts und schafft Raum, um Heilkunde im gesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Dass das Gebäude bis heute als „schönstes Exponat“ gilt, ist mehr als eine Floskel: Architektur, Garten und Sammlung greifen merklich ineinander. Wer den ehemaligen Anatomiesaal betritt, nimmt die Aura eines Ortes wahr, der Wissenschaftsgeschichte unmittelbar spürbar macht – eine ideale Bühne, um historische Objekte, Fragen und Debatten anschaulich zu vermitteln.

Arzneipflanzengarten & Café ‚hortus medicus‘: Lernen, entspannen, genießen

Der „Hortus medicus“ gehörte bereits zur ursprünglichen Planung des Anatomiegebäudes im 18. Jahrhundert, um botanisches Wissen und Arzneimittelkunde zu lehren. Heute bildet der Arzneipflanzengarten ein Herzstück des Museums – frei zugänglich und bewusst als Lern- und Aufenthaltsraum gestaltet. Die aktuelle Anlage geht auf die Neugestaltung anlässlich der Bayerischen Landesgartenschau 1992 zurück. Das Bepflanzungskonzept fasst Heilpflanzen nach Wirkstoffgruppen zusammen (u. a. ätherische Öle, Alkaloide, Saponine, Schleime, Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside) und ordnet sie nach Familien; eine Sonderabteilung zeigt Arten mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die in Volksmedizin und Homöopathie häufig Verwendung finden. Verantwortlich für die Pflege ist das städtische Gartenamt.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Duft- und Tastgarten: Hochbeete, taktile Beschilderung mit Braille und eine Auswahl charakteristischer Pflanzen – von Rosmarin und Minze über Eukalyptus und Schachtelhalm bis zu Eibisch oder Stechapfel – ermöglichen ein unmittelbares, inklusives Pflanzenerlebnis, gerade auch für Menschen mit Seh- oder Mobilitätseinschränkungen. Im Jahreslauf lassen sich Veränderungen der Pflanzenwelt verfolgen; das Museum bietet dazu digitale Einblicke mit monatlichen Garten-Videos einer Apothekerin, die typische Heilpflanzen und ihre Merkmale erklärt. Der Garten ist ideal, um den Museumsbesuch aufzulockern, mit Kindern zu entdecken oder einfach eine Pause im Grünen einzulegen.

Direkt am Garten liegt das Museumscafé ‚hortus medicus‘. Es arbeitet saisonal: Im November ist das Café laut Museum täglich außer montags von 13 bis 17 Uhr geöffnet; in den Wintermonaten bleibt es geschlossen. Bei mildem Wetter erweitert sich der Cafébetrieb im Sommer unter die Arkaden und in den Garten – ein stimmungsvoller Rahmen, um Eindrücke aus den Ausstellungen nachklingen zu lassen. Für Reservierungen stellt das Café-Team eine Kontaktmöglichkeit bereit. Wer keinen Museumsbesuch plant, kann Garten und Shop unabhängig vom Ticket nutzen und das Café – je nach Saison – als Ziel eines Stadtspaziergangs ansteuern.

Quellen:

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Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt | Tickets & Anfahrt

Das Deutsche Medizinhistorische Museum Ingolstadt (DMMI) verbindet historische Authentizität mit einem zeitgemäßen Museumserlebnis. In der barocken ‚Alten Anatomie‘ – dem ehemaligen Anatomiegebäude der Universität – blickst du in die Welt der Heilkunde vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die 2020 eröffnete Dauerausstellung präsentiert originalgetreu inszenierte Räume, außergewöhnliche Objekte und kritisch kuratierte Themenräume. Ergänzt wird das Erlebnis durch die Abteilung Medizintechnik mit einem Überblick über 2.000 Jahre Harnsteintherapie, einen großen Arzneipflanzengarten mit Duft- und Tastgarten sowie das saisonal betriebene Museumscafé. Dank des 2016 fertiggestellten Erweiterungsbaus erreichst du die Ausstellungen barrierefrei, startest den Rundgang im neuen Foyer und genießt den Blick auf das Ingolstädter Münster. Adresse: Anatomiestraße 18–20, 85049 Ingolstadt – mitten in der Altstadt und doch ruhig am historischen Garten gelegen. Ob Einzelbesuch, Familienausflug oder Gruppenführung: Hier triffst du auf fundiertes Wissen, anschauliche Vermittlung und eine besondere Atmosphäre, die den Museumsbesuch zum nachhaltigen Erlebnis macht.

Tickets, Öffnungszeiten und Buchung: so planst du deinen Besuch

Für den Eintritt ins DMMI gilt ein klar strukturiertes, besucherfreundliches System. Der reguläre Ticketpreis beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Ermäßigungen erhalten unter anderem Schüler, Studierende und Auszubildende ab 22 Jahren, Schwerbehinderte (GdB 50–90), Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte, Bundesfreiwilligendienstleistende, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger. Freien Eintritt haben Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahren sowie Schüler, Studierende und Auszubildende bis einschließlich 21 Jahren. Ebenfalls freien Zutritt genießen unter anderem Personen mit einem GdB von 100 oder mit bestimmten Merkzeichen (inklusive eingetragener Begleitperson), Medienvertreter, Schenker und Leihgeber sowie Mitglieder des Fördervereins, des Deutschen Museumsbundes (DMB) und von ICOM. Für den Arzneipflanzengarten mit Museumsshop ist grundsätzlich kein Ticket erforderlich – beides kann frei besucht werden.

Öffnungszeiten: In der Regel ist das Museum von Dienstag bis Sonntag zwischen 10:00 und 17:00 Uhr geöffnet. Es gibt fest definierte Schließtage, darunter der 1. Januar, 1. November, 24. und 25. Dezember sowie der 31. Dezember. Zusätzlich bleibt das Haus an Faschingsdienstag und Karfreitag geschlossen. An mehreren gesetzlichen Feiertagen, etwa am 6. Januar (Heilige Drei Könige), 1. Mai, 15. August, 3. Oktober sowie an Oster- und Pfingstmontag, Christi Himmelfahrt und Fronleichnam ist geöffnet. Da vereinzelt abweichende Öffnungszeiten möglich sind (z. B. interne Veranstaltungen oder Teambildung), empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Hinweise der Museumswebsite vor der Anreise.

Tickets kannst du bequem im Online-Shop des Museums buchen oder direkt an der Kasse erwerben. Für Gruppen bietet das DMMI Themenführungen für Erwachsene, Familien und Kinder an – mit Voranmeldung über das Buchungsformular. Praktischer Tipp: Wer nur den Garten genießen möchte, kann einen Stadtspaziergang mit einer Pause im Grünen verbinden, den Duft- und Tastgarten erkunden und anschließend – je nach Saison – im Café ‚hortus medicus‘ einkehren. Fotografieren ist ohne Blitz erlaubt; das Museum regt jedoch zu einem „slow look“ an, also zum bewussten Betrachten einzelner Objekte statt zum schnellen Durchklicken unzähliger Bilder.

Internationaler Museumstag am 18. Mai: Teilnahme, freier Eintritt und Programm

Der Internationale Museumstag wird jährlich vom International Council of Museums (ICOM) ausgerufen und in Deutschland maßgeblich vom Deutschen Museumsbund koordiniert. Er findet traditionell am 18. Mai statt und soll die Vielfalt, Relevanz und Angebote der Museen sichtbar machen. Bundesweit beteiligen sich an diesem Tag viele Museen mit freiem Eintritt, Sonderführungen, Mitmach-Programmen oder Blicken hinter die Kulissen. Für Besucherinnen und Besucher ist es eine hervorragende Gelegenheit, neue Häuser kennenzulernen oder Favoriten wiederzuentdecken – häufig ohne Eintrittsgebühr.

Auch in Ingolstadt lohnt der Blick in den Veranstaltungskalender rund um den 18. Mai. Ob das Deutsche Medizinhistorische Museum in einem konkreten Jahr mit freiem Eintritt oder Sonderformaten teilnimmt, wird jeweils im Vorfeld auf der Museumswebsite unter ‚Aktuell‘ angekündigt. Das kann thematische Kurzführungen, Familienangebote, Gesprächsrunden zur Medizingeschichte oder spezielle Stationen im Garten umfassen – das genaue Programm wird vom Haus selbst festgelegt und rechtzeitig kommuniziert. Wer seinen Besuch gezielt auf den Museumstag legen möchte, sollte daher kurz vor dem Termin die Hinweise des DMMI prüfen und, falls erforderlich, kostenlose Zeittickets oder Führungsplätze reservieren.

Unabhängig vom Museumstag ist Medizingeschichte hier das ganze Jahr über erlebbar. Die Dauerausstellung der Alten Anatomie stellt die Medizin des 18. Jahrhunderts in den Mittelpunkt, ergänzt um kritische Perspektiven auf Praktiken, Objekte und Wissensordnungen. Das DMMI legt Wert darauf, historische Konzepte verständlich und zugleich wissenschaftlich fundiert aufzubereiten – ideal für alle, die tiefer in die Geschichte der Heilkunde eintauchen möchten. Wer darüber hinaus neugierig ist, kann den YouTube-Kanal des Museums entdecken oder im Online-Shop stöbern. Am Aktionstag selbst empfehlen sich bequeme Schuhe, etwas Zeitpuffer für Führungen und – je nach Angebot – eine frühzeitige Planung.

Anfahrt & Parken: die besten Wege zur Anatomiestraße 18–20

Die Lage des Museums ist für ÖPNV-Nutzer wie Autofahrer gut erreichbar. Vom Ingolstädter Hauptbahnhof fahren die Buslinien 10 und 11 in einem versetzten 15-Minuten-Takt zum Rathausplatz. Von dort aus führt ein kurzer Fußweg von rund fünf Minuten über Sauerstraße, Kanalstraße und Taschenturmstraße in Richtung Taschenturm/Hallenbad; anschließend rechts in die Anatomiestraße einbiegen, wo sich das Museum befindet. Wer den Weg lieber zu Fuß zurücklegt, erreicht das Haus in etwa 30 Minuten vom Bahnhof aus, geradeaus über die Münchener Straße bis in die Innenstadt und weiter zum Rathausplatz – von dort wie beschrieben.

Mit dem Auto bietet sich die Anreise über die Autobahn A9 an (Ausfahrt Ingolstadt Süd). Dort folgt man dem braunen Museumsleitsystem beziehungsweise der Beschilderung Richtung Innenstadt/Hallenbad. Direkt am Hallenbad steht ein kostenpflichtiger Parkplatz zur Verfügung; von diesem Parkplatz sind es ungefähr zwei Minuten zu Fuß über die Jahnstraße zur parallel verlaufenden Anatomiestraße. Diese kurze, gut ausgeschilderte Verbindung macht die Anreise auch für Familien mit Kinderwagen oder Besucher mit Mobilitätseinschränkungen komfortabel, zumal der Zugang zum Museum durch den Neubau barrierefrei möglich ist.

Aus Richtung München Flughafen empfiehlt sich der INVG Airport Express X109, der Ingolstadt direkt anbindet. Abhängig von Tageszeit und Wochentag können Taktung und Haltepunkte variieren – ein Blick in den aktuellen Fahrplan ist ratsam. Für Radfahrende ist die Altstadt gut erschlossen; Fahrradständer befinden sich in den umliegenden Straßen. Wer das Museum mit einem Stadtbummel verbindet, kann die Wege zwischen Donau, Münster und Alter Anatomie leicht zu Fuß erkunden. Tipp: Da der Arzneipflanzengarten und der Shop frei zugänglich sind, lässt sich ein kurzer Zwischenstopp im Grünen wunderbar in die An- oder Abreise integrieren.

Ausstellungen & Programm: Dauerausstellung, Jahresausstellung und Führungen

Der Rundgang beginnt heute im Erweiterungsbau (2016) und führt in die Alte Anatomie. Im Obergeschoss begegnet dir die Medizin des 18. Jahrhunderts: Lehr- und Lernpraxis, die Rolle der Anatomie in der Ausbildung, Arzneiherstellung, Botanik und die Selbstverortung der Medizin im Gelehrtenkanon jener Zeit. Im Erdgeschoss treten „21 starke Dinge“ ins Rampenlicht – prägnante Objekte, die Medizingeschichte pointiert erzählen und auch kritische Fragen an Vergangenheit und Gegenwart richten. Die Abteilung Medizintechnik, in einem umgebauten Stadel am nördlichen Ende des Gartens, widmet sich anhand ausgewählter Exponate der Harnsteintherapie über zwei Jahrtausende und macht Fortschritte wie Schmerzen und Risiken historischer Verfahren anschaulich.

Wechselausstellungen setzen gezielte Akzente. Bis zum 11. Januar 2026 läuft die Jahresausstellung „Ansichtssache. Menschliche Präparate im Museum“. Sie thematisiert den Umgang mit Präparaten, ihre wissenschaftliche, historische und ethische Dimension und eröffnet Besucherinnen und Besuchern Raum für Reflexion. Daneben bietet das DMMI regelmäßig Führungen und Programme an – ein Beispiel ist die Veranstaltung „Victor Frankenstein und die Anatomie“, eine Führung am Sonntag, 28. Dezember 2025, die literarische Motive mit der historischen Anatomie verbindet. Das aktuelle Programm mit Terminen und Buchungsmöglichkeiten wird fortlaufend online gepflegt; für beliebte Formate empfiehlt sich die frühzeitige Reservierung.

Für Gruppen – ob Universität, Schule oder Unternehmen – können Themenführungen gezielt auf Interessen und Vorwissen abgestimmt werden. Familien profitieren von kindgerechten Zugängen und vom offenen Gartenbereich, der sich als kurze Bewegungspause zwischen den Ausstellungsabschnitten anbietet. Wer wissen möchte, ob Fotografieren erlaubt ist: Ja, aber ohne Blitz. Das Museum ermuntert zu einem bewussten Sehen – also lieber ein Objekt ausführlich betrachten und Zusammenhänge entdecken, statt viele Bilder im Vorübergehen aufzunehmen. Dieser Ansatz passt zur kuratorischen Haltung des Hauses, Zusammenhänge verständlich zu erzählen und Debatten über die Medizin von gestern und heute anzuregen.

Geschichte der Alten Anatomie: vom Theatrum anatomicum zum modernen Museum

Die Alte Anatomie entstand zwischen 1723 und 1736 für die Medizinische Fakultät der damaligen Universität Ingolstadt. Als Architekt gilt der Eichstätter Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli; unter dem Anatomie-Professor Johann Adam Morasch wurde das Gelände zwischen Hoher Schule und Stadtmauer erworben und bebaut. Im Zentrum stand ein großer Hörsaal, das Theatrum anatomicum, in dem Sezierübungen und Demonstrationen stattfanden – ein typischer Bestandteil medizinischer Ausbildung jener Zeit. Der barocke Bau mit Mansarddach und einem turmartig überhöhten Mittelpavillon prägte das Quartier; im Inneren schmückt bis heute ein Deckenfresko den ehemaligen Anatomiesaal. Dieses Fresko, um 1730 vom Ingolstädter Maler Melchior Buchner geschaffen und 1970/72 restauriert, visualisiert das Selbstverständnis der zeitgenössischen Medizin in allegorischen Figuren.

Nach der Verlegung der Universität nach Landshut im Jahr 1800 erlebte das Gebäude unterschiedliche Nutzungen – zeitweise diente es sogar als Bauernhof –, bevor es 1973 nach Restaurierung als Deutsches Medizinhistorisches Museum eröffnet wurde. 1992 wurde im Zuge der Bayerischen Landesgartenschau der Arzneipflanzengarten als lebendiger Teil des Museums neu angelegt. 2008 kam die Abteilung Medizintechnik in einem umgebauten Stadel am nördlichen Gartenende hinzu. Eine wichtige Zäsur markiert der Erweiterungsbau von Staab Architekten (Fertigstellung 2016): Der Neubau ordnet Foyer, Sonderausstellungsflächen, Seminarraum, Depot und Verwaltung neu, stellt die barrierefreie Erschließung sicher und bindet den Garten geschickt ein. Besucher betreten heute das Museum durch den Neubau und wechseln von dort in den Altbau; ein breites Fenster eröffnet dabei eine eindrucksvolle Blickachse auf das Ingolstädter Münster.

Die umfassende Sanierung der Alten Anatomie mündete 2020 in die Wiedereröffnung der Dauerausstellung. Sie spiegelt die besondere Rolle Ingolstadts als medizinisches Zentrum des 18. Jahrhunderts und schafft Raum, um Heilkunde im gesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Dass das Gebäude bis heute als „schönstes Exponat“ gilt, ist mehr als eine Floskel: Architektur, Garten und Sammlung greifen merklich ineinander. Wer den ehemaligen Anatomiesaal betritt, nimmt die Aura eines Ortes wahr, der Wissenschaftsgeschichte unmittelbar spürbar macht – eine ideale Bühne, um historische Objekte, Fragen und Debatten anschaulich zu vermitteln.

Arzneipflanzengarten & Café ‚hortus medicus‘: Lernen, entspannen, genießen

Der „Hortus medicus“ gehörte bereits zur ursprünglichen Planung des Anatomiegebäudes im 18. Jahrhundert, um botanisches Wissen und Arzneimittelkunde zu lehren. Heute bildet der Arzneipflanzengarten ein Herzstück des Museums – frei zugänglich und bewusst als Lern- und Aufenthaltsraum gestaltet. Die aktuelle Anlage geht auf die Neugestaltung anlässlich der Bayerischen Landesgartenschau 1992 zurück. Das Bepflanzungskonzept fasst Heilpflanzen nach Wirkstoffgruppen zusammen (u. a. ätherische Öle, Alkaloide, Saponine, Schleime, Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside) und ordnet sie nach Familien; eine Sonderabteilung zeigt Arten mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die in Volksmedizin und Homöopathie häufig Verwendung finden. Verantwortlich für die Pflege ist das städtische Gartenamt.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Duft- und Tastgarten: Hochbeete, taktile Beschilderung mit Braille und eine Auswahl charakteristischer Pflanzen – von Rosmarin und Minze über Eukalyptus und Schachtelhalm bis zu Eibisch oder Stechapfel – ermöglichen ein unmittelbares, inklusives Pflanzenerlebnis, gerade auch für Menschen mit Seh- oder Mobilitätseinschränkungen. Im Jahreslauf lassen sich Veränderungen der Pflanzenwelt verfolgen; das Museum bietet dazu digitale Einblicke mit monatlichen Garten-Videos einer Apothekerin, die typische Heilpflanzen und ihre Merkmale erklärt. Der Garten ist ideal, um den Museumsbesuch aufzulockern, mit Kindern zu entdecken oder einfach eine Pause im Grünen einzulegen.

Direkt am Garten liegt das Museumscafé ‚hortus medicus‘. Es arbeitet saisonal: Im November ist das Café laut Museum täglich außer montags von 13 bis 17 Uhr geöffnet; in den Wintermonaten bleibt es geschlossen. Bei mildem Wetter erweitert sich der Cafébetrieb im Sommer unter die Arkaden und in den Garten – ein stimmungsvoller Rahmen, um Eindrücke aus den Ausstellungen nachklingen zu lassen. Für Reservierungen stellt das Café-Team eine Kontaktmöglichkeit bereit. Wer keinen Museumsbesuch plant, kann Garten und Shop unabhängig vom Ticket nutzen und das Café – je nach Saison – als Ziel eines Stadtspaziergangs ansteuern.

Quellen:

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Häufig gestellte Fragen

Bewertungen

L-

Lea Lia -

12. Dezember 2025

Absolut tolles Museum! Wirklich der Hammer. Preis absolut in Ordnung, sehr nette und sympathische Mitarbeiterinnen am Empfang. 🌸 Auch sehr schöner „Schlossgarten“. Parkplätze sind gegenüber auf dem großen Parkplatz ausreichend vorhanden.

SO

Sophie

7. Oktober 2025

Sehr spannend! Die Frau an der Kasse am Samstag, gegen 15 Uhr, war sehr lieb und super freundlich! Wir waren zu zweit dort. Die Preise sind super angemessen und es gibt kostenlose Ausleihe von Audio-Geräten.

SN

Stefan Nekola

27. Mai 2025

Super interessantes Museum. Wenn man alles lesen und sich jeden Audioguide anhören möchte, sollte man genügend Zeit mitbringen (bei uns waren es etwa 4 Stunden). Das Museum war nur recht spärlich besucht, so konnte man auch in Ruhe verweilen. Die Exponate und Details drum herum waren sehr schön und verständlich dargestellt. Die Wechselausstellung war ebenfalls super interessant mit Kommentaren von Ingolstädter Ärzten und Professoren. Das integrierte Café im Garten ist ebenfalls einen Besuch wert.

FH

Frank H.

24. Juli 2025

Eindrucksvoll. Wenn man alles durchliest und den Audioguide nutzt, kann man mindestens 3 Stunden einplanen, das werden aber die wenigsten machen. Das Café und der Kräutergarten sind auch sehr schön.

RW

R W

7. September 2025

Ich hatte die Idee, mit meiner Tochter noch mal eine Runde durch das Medizinhistorische Museum in Ingolstadt zu gehen, nachdem ich einen kleinen Medienbericht über die Sonderausstellung „Ansichtssache“ am Morgen gelesen hatte. Passenderweise konnten wir auch eine 90-minütige Führung für die Dauerausstellung buchen und waren auch sehr begeistert von so viel spannenden Informationen und Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken. Danach besuchten wir die Sonderausstellung und fanden da beeindruckende Präparate und die ein oder andere spannende medizinische Erklärung dazu. Unser Besuch endete völlig zufrieden im Café des Museums. Wir kommen gern wieder!